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Hoffmanns Erzählungen

  • Opernhaus Zürich 1 Falkenstrasse Zürich, ZH, 8008 Schweiz (Karte)

Hoffmanns Erzählungen (Les Contes d’Hoffmann) ist eine Oper in fünf Akten von Jacques Offenbach mit einem französischen Libretto von Jules Barbier, das auf drei Erzählungen von E. T. A. Hoffmann basiert. Die Uraufführung fand am 10. Februar 1881 an der Opéra-Comique in Paris statt, posthum, da Offenbach vor der Vollendung der Partitur verstarb.

Figuren und ihre Stimmlagen:

  • Hoffmann: Tenor – Der Dichter, der seine tragischen Liebeserfahrungen erzählt.

  • Nicklausse: Mezzosopran – Hoffmanns Muse in Gestalt eines Freundes, die ihn vor den Gefahren der Liebe warnt.

  • Lindorf/Coppélius/Dapertutto/Dr. Miracle: Bass-Bariton – Vier verschiedene Inkarnationen des Bösen, die Hoffmanns Glück zerstören.

  • Olympia: Sopran – Eine Puppe, die Hoffmann für eine echte Frau hält.

  • Antonia: Sopran – Eine Sängerin mit einer tödlichen Krankheit.

  • Giulietta: Mezzosopran/Sopran – Eine venezianische Kurtisane, die Hoffmann verführen soll.

  • Spalanzani: Tenor – Der Erfinder der Puppe Olympia.

  • Crespel: Bass – Antonias Vater, der sie vor dem Singen schützen will.

  • Schlemihl: Bariton – Ein eifersüchtiger Liebhaber Giuliettas.

  • Frantz/Pitichinaccio/Cochenille/Andrès: Tenor – Dienerfiguren, meist komödiantisch dargestellt.

Handlung (Zusammenfassung):

Vorspiel (Prolog):

In einer Taverne in Nürnberg wartet der Dichter Hoffmann auf seine Geliebte Stella, eine gefeierte Sängerin. Doch sein Rivale Lindorf will sie für sich gewinnen. Während Hoffmann trinkt, beginnt er, drei Geschichten über gescheiterte Liebeserfahrungen zu erzählen.

Erster Akt – Olympia:

Hoffmann verliebt sich in Olympia, die wunderschöne Tochter des Wissenschaftlers Spalanzani. Was er nicht weiß: Sie ist eine lebensechte Automatenpuppe. Mit einer magischen Brille, die ihm der zwielichtige Coppélius verkauft, hält Hoffmann Olympia für real. Doch als die Brille zerbricht, erkennt er die Wahrheit – und Olympia wird von Coppélius zerstört.

Zweiter Akt – Antonia:

Hoffmanns zweite Liebe ist die empfindsame Sängerin Antonia, die an einer unheilbaren Krankheit leidet: Wenn sie singt, wird sie sterben. Ihr Vater Crespel verbietet ihr das Singen, doch der dämonische Dr. Miracle verführt sie dazu, ihre Stimme doch einzusetzen. Sie stirbt in Hoffmanns Armen.

Dritter Akt – Giulietta:

In Venedig verliebt sich Hoffmann in die Kurtisane Giulietta, die von Dapertutto manipuliert wird, Hoffmanns Spiegelbild zu stehlen – eine Allegorie für seinen Verlust von Seele und Identität. Hoffmann tötet den eifersüchtigen Schlemihl, doch Giulietta verrät ihn und verlässt ihn mit einem anderen Liebhaber.

Epilog:

Zurück in der Taverne ist Hoffmann völlig desillusioniert. Nicklausse, seine treue Muse, offenbart ihm, dass all seine Frauen eigentlich Spiegelbilder von Stella waren: Olympia stand für Schönheit, Antonia für Kunst und Giulietta für Sinnlichkeit. Als Stella eintrifft, ist Hoffmann zu betrunken und verzweifelt, um mit ihr zu gehen. Lindorf nimmt sie stattdessen mit. Hoffmann bleibt mit seiner Muse zurück, die ihn inspiriert, sich wieder der Dichtung zuzuwenden.

Historische Einordnung:

"Hoffmanns Erzählungen" ist Offenbachs einzige Oper und unterscheidet sich stark von seinen berühmten komischen Operetten. Sie verbindet romantische, mystische und tragische Elemente und kreiert eine dunkle, traumhafte Atmosphäre, die von E. T. A. Hoffmanns literarischen Erzählungen inspiriert ist.

Musikalisch sind einige der bekanntesten Nummern:

  • „Les oiseaux dans la charmille“ – Olympias berühmte Koloratur-Arie, auch „Puppen-Arie“ genannt.

  • **„Barcarole“ („Belle nuit, ô nuit d’amour“) **– Giuliettas sinnliches Duett mit Nicklausse, eines der bekanntesten Stücke der Opernliteratur.

  • „Scintille, diamant“ – Dapertuttos dunkle Arie über die Macht seines Zaubers.

Obwohl Offenbach vor Vollendung der Partitur starb, wurde die Oper aus seinen Skizzen fertiggestellt und gehört heute zu den beliebtesten französischen Opern. Sie fasziniert durch ihre Mischung aus Romantik, Melancholie und übernatürlichem Zauber – ein perfektes musikalisches Märchen über die Illusionen und Tragödien der Liebe.

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